placholder
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TU - Ausschreibung Doppelkindergarten Witewiese

Bauzeit
TU-Ausschreibung 2013

Adresse
8180 Bülach

Bauherrschaft
Stadt Bülach / Abteilung Bildung

Bauingenieur
L. Schiavi + Partner AG

HLS Planer
Schoch Reibenschuh AG

Elektroplaner
Hensel AG

Bauphysiker
Michael Wichser + Partner AG

Visualisierungen
Jürg Specogna AG

Auftragsart
TU-Ausschreibung

ORTSBAULICHE SITUATION

Die Grundidee zum Entwurf liegt in der begrenzten Grösse Parzelle. Durch die Anordnung der Klassenzimmer und der zugehörigen Aussenräume kommt der gemeinsame Spielplatz in der Mitte zu
liegen. So werden im Gebäude die beiden Klassen über eine gemeinsame Eingangshalle verbunden und treffen im Aussenraum über den Spielplatz wieder zusammen. Damit schliesst sich der Kreis.

Die Ausrichtung der beiden Klassenräume lässt sowohl ein Miteinander im Innen- und Aussenraum der beiden Klassen zu, als auch ein ungestörtes Nebeneinander. Die Ausrichtung nach Osten öffnet sich zwischen die zwei Gebäudezeilen Richtung Bäumebestand. Die Ausrichtung nach Süden öffnet sich zumabgewinkelten Gebäudezug der einen platzartigen, tiefer gelegenen Raum aufspannt. Der dazwischenliegende Spielplatz kann von beiden Kindergartenklassen gleichzeitig und unabhängig genutzt werden.


ARCHITEKTONISCHES KONZEPT

Der Kindergarten Witewiese wird über einen ca. 40m langen Zugangsweg mittels einer Rampe behindertengerecht von der Kantonsschulstrasse her erschlossen. Die Umgestaltung des Zugangswegesgehört zu Konzept und bereitet den Übergang zwischen dem geschützten, im Hof liegenden Kindergartenbereich und dem Strassenraum. Eine asphaltierte Rampe, die seitlich mit Bundsteinen eingefasst und beleuchtet ist, führt die Kindergärtner zum Eingang unter dem gedeckten Vorplatz. Der Neubau des Doppelkindergarten Witewiese gliedert das Erdgeschoss und die Aussenräume in zwei Bereiche; Kindergarten Ost und Süd. Dementsprechend werden die Aussenräume zoniert - zwischen den beiden Hartplätzen liegt der gemeinsame Spielbereich. Über die Eingangshalle gelangt man sowohl in die beiden Klassenzimmer als auch zur Treppe ins Untergeschoss zum Mehrzweckraum, zu den Nebenräumen und zum Back-Office der Lehrer.

Vom gedeckten Vorplatz wird man in die Eingangshalle (31) geführt. Rechts und links der Eingangshalle - die ebenfalls als gedeckter Pausenraum dienen kann - liegen die getrennten Garderoben (10,11) und WC-Anlagen (12,13) mit behindertengerecht gestaltetem Lehrpersonen-WC (14) und der Putzraum (15). Die beiden Klassenzimmer (1,2) gliedern sich in einen Hauptraum und eine Spielnische. Direkt an den Hauptraum angeschlossen liegt der Gruppenraum (3,4), der einen direkten Zugang zur Loggia anbietet. Ebenso gelangt man vom Hauptraum aus direkt in die gedeckten Aussenräume (31a,b). Im Untergeschoss befindet sich der Vorraum (17) zum Mehrzweckraum (5), sowie das Back-Office des Kindergartens Lehrpersonenbereich (6), Garderoben für das Lehrpersonal (6a) und die Nebenräume für Archiv- und Lagerräume (7), Material- und Sammlungsraum (7a), Putz- und Lagerraum (16) und Technikraum (20).

Der Aussengeräteraum (30) für Rasenmäher, Tische und Bänke liegt in der südwestlichen Ecke des Grundstücks. Ein als „Rundweg“ angelegter, asphaltierter Weg verbindet die verschiedenen Aussenbereiche.

FARBGESTALTUNG UND MATERIALISIERUNG

Die Einbauten wie Garderoben, Schrankwände, Türen und Sockelleisten werden in hellgelb und hellbraun gehalten.

Sanftes hellgelb, hellbraun und beige-braun sorgt für ein angenehmes und ruhiges Raumklima. Gelb bedeutet Leichtigkeit und bringt ein Gefühl von Schwerelosigkeit und Heiterkeit. Gelb schenkt Behaglichkeit und Wärme. In einem Klassenzimmer mit gelben Farben wird das Denken leichter und Lösungen lassen sich schneller finden. Das Prinzip der Kommunikation, des Austausches und der gedanklichen Auseinandersetzung wird durch Gelb gefördert.

Diese Farben lassen eine spielerische Farbkombination der unterschiedlichen Einbaumöbel wie Schränke, Bücher- und Spielregale, Mobile Boxen und Arbeitsplätze zu und bietet einen zurückhaltenden Hintergrund für jegliches Kindergartenmobiliar. In den Klassenräumen kommen magnetische Glasgewebetapeten zum Einsatz. In den Gruppenräumen und Klassenzimmern werden die Böden mit Linoleum ausgeführt. In Kombination mit den Tischen, Stühlen, Fenstersims soll eine angenehme und reduzierte Spiel- und Lernatmosphäre für Kinder erreicht werden. Die Griffstangen der Türen und die Geländerhandläufe sind ebenfalls aus massiver Eiche gefertigt und werden hellbraun gestrichen. Die Innenwände und -decken werden weiss gestrichen. Akustikdecken werden weiss gespritzt, Decken mit Weissputz zum Streichen, Innenwände mit Abrieb oder Tapete.

Die beiden Loggien werden am Boden mit einem Holzrost aus Lärche ausgekleidet. Dadurch entsteht ein visuell getrennter und geschützter Aussenbereich.

In der Eingangshalle, den Nasszellen und Putzräumen werden keramische Platten eingesetzt. Vor den Hauseingängen werden Innen Schmutzschleusen aus Kokos in den Boden eingelegt.

Die Beleuchtung mit den vorgeschlagenen Deckenlampen sorgt für eine gute Grundausleuchtung. Oblichter sorgen in den Garderoben und den Klassenzimmern für ein angenehmes Tageslicht.

Die Aussenhülle wird mit anthrazit gestrichenem, thermisch behandeltem Fichtenholz gestaltet. Die Aluminium-gewände liegen wie Broschen in der Aussenhaut des Gebäudes. Die Farbe hellgelb zeichnet sich auch nach Aussen ab.

Für die Hartplätze sind Zementplatten vorgesehen, Spiel- und Kletterbereiche werden entsprechend mit Matten ausgelegt. Die asphaltierten Wege sind mit Bundstein eingefasst.

Die Aussenbeleuchtung des Zugangsbereiches sorgt für sicheres Kommen und Gehen in dunkleren Stunden als auch in den Wintermonaten.